Beteiligte Landkreise: 26
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Letztes Statement vom 05.09.2010: Beim Einkauf immer nach "ohne Gentechnik" fragen

Imkerei

Die Imker sind vom Gentechnikanbau stark betroffen. Ein Bienenvolk hat einen Flugradius von rund fünf, in Extremfällen sogar von zehn Kilometern. So genannte Koexistenzmaßnahmen wie Mindestabstände von 150 Metern zwischen konventionellem und genverändertem Mais sind daher absolut unrealistisch. Das Problem der Imker: Blütenpollen des gentechnisch veränderten Mais MON 810, aber auch z.B. aus nichtkommerziellen Freilandversuchen dürfen nicht im Honig nachweisbar sein.

So stellte das Verwaltungsgericht Augsburg am 30.5.2008 fest, dass Honig mit Blütenpollen von MON810 nicht verkehrsfähig ist. Nun wurde dieser Pollen trotz der vom Gericht vorgegebenen Vorsichtsmaßnahmen im Honig des Imkers Karl Heinz Bablok gefunden. Seine gesamte Jahreshonigernte war betroffen und wurde am 23.September in der Müllverbrennung Augsburg entsorgt. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat nun beschlossen, das Problem dem Europäischen Gerichtshof zur Entscheidung vorzulegen. Denn offensichtlich sind einige rechtliche Fragen, die Imker betreffen, völlig unklar. Beispielsweise, ob es sich bei Pollen um ein vermehrungsfähigen gentechnisch veränderten Organismus (GVO) handelt.
Honig mit Gentechnik verboten - Imker jedoch ohne Schutz (Bienen und Agro-Gentechnik, 30.05.2008) [mehr]


Urteil des Verwaltungsgerichts Augsburg (30.05.2008) [mehr]


Immer wieder wird argumentiert, dass Mais keine Pollenquelle für Bienen darstellt. In einer Schweizer Untersuchung wurde jedoch gezeigt, dass Mais in unserer Agrarlandschaft eine der wichtigsten Pollenquellen für die Honigbiene darstellt.
Pollenernährung und Volkentwicklung von Bienen (2005) [mehr]


Bienentod durch Gensojafelder?
Argentinische Imker haben einen dramatischen Rückgang der Bienen verzeichnet. 2008 verloren sie fast ein Drittel ihrer Honigbienenvölker. Als Hauptgrund nennt der Präsident des argentinischen Imkerverbandes den Anbau von Gentechnik-Soja. Der damit verbundene massive Pestizideinsatz „killt die Bienen“, so Luca Martinez. [mehr]


Positionspapier des Deutschen Berufs und Erwerbsimkerbundes zum Thema Agro-Gentechnik und Imkerei (2007) [mehr]


Von der Bienenkrankheit Nosema geschwächte Bienenvölker wiesen bei einer Fütterung mit Gentechnik-Maispollen eine deutlich höhere Sterblichkeit auf. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Universität Jena. Die signifikanten Unterschiede sprechen für eine Wechselwirkung von Toxin und Pathogen auf die Epithelzellen des Darms der Honigbiene.
Auswirkungen von Bt-Maispollen auf die Honigbiene (2005) [mehr]
Projektbericht [mehr]


Bei hohen Dosen von Bt-haltigen Pollen kann es bei Bienen offenbar zu einer Störung des Fütterungsverhaltens und des Geruchslernens kommen. Da dieser Effekt erst bei hohen Konzentrationen auftrat, gehen die Autoren der Studie davon aus, dass das Lernvermögen unter Feldbedingungen unbeeinträchtigt bleibt.
Does Cry1Ab protein affect learning performances of the honey bee Apis mellifera L. (Hymenoptera, Apidae)? “ (2008, engl. Zusammenfassung) [mehr]


Eine Studie, die unter Mitwirkung von Monsanto entstand, kommt zu dem Ergebnis, dass von Bt-Pflanzen keine direkte Gefahr für Bienen ausgeht. Die Autoren geben aber immerhin zu bedenken, dass das Bt-Gift durchaus einen weiteren Stressfaktor für den Stoffwechsel der Bienen darstellen könnte.
A meta-analysis of effects of Bt crops on honey bees (2008) (engl.) [mehr]


Biokreis setzt sich für die Imker ein:
Online-Aktion zur Rücknahme der Sondergenehmigung für das Pflanzenschutzmittel "Santana".

Pressemitteilung Biokreis als PDF zum Download