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Bt-Pflanzen

Neben herbizidresistenten Pflanzen hat die Industrie bislang nur eine weitere gentechnische Eigenschaft auf den Markt gebracht. Diese so genannten Bt-Pflanzen enthalten ein Toxin aus einem Bodenbakterium, dem Bacillus thuringiensis. Doch Bt-Pflanzen wirken auch an ihrem eigentlichen Ziel, z.B. dem Maiszünsler vorbei, so genannte Nichtzielorganismen werden ebenfalls geschädigt. Weitgehend ungeklärt sind Auswirkungen auf den Boden, Wasserökosysteme und die weitere Wirkung des Bt-Giftes in der Nahrungskette. Selbst bei der relativ gut untersuchten Gattung der Schmetterlinge klaffen gewaltige Forschungslücken: Obwohl man weiß, dass zahlreiche Schmetterlingsarten empfindlich auf das Bt-Toxin reagieren, wurden 33 von 80 in Deutschland betroffene Arten noch nie untersucht. Allgemeingültige Aussagen über die Wirkung von Bt-Mais auf Schmetterlinge können auf dieser Datengrundlage kaum getroffen werden.

In einer Broschüre fasst der NABU die Wirkungen von Bt-Pflanzen auf die Umwelt zusammen.
Agrogentechnik und Naturschutz (2009) [mehr]


Bt ist nicht gleich Bt: Das in genveränderte Pflanzen eingebaute Bt-Gen ist mit dem im biologischen Pflanzenschutz eingesetzten Bt-Spritzmittel nicht zu vergleichen. Zum einen werden in der Gentechnik verschiedene Veränderungen am Bt-Gen vorgenommen, um dessen Funktion in der Pflanze zu verbessern. Zudem liegt das Gift (im Unterschied zum Bt-Spray) nicht als ungiftiges Protoxin, sondern in einer aktiven Form vor und hat damit ein weitaus größeres Wirkspektrum.
Another View on Bt Proteins – How Specific are They and What Else Might They Do? (2006) (engl.) [mehr]


Neue Studie bestätigt: Bt-Toxin ist tödlich für Marienkäferlarven
Bereits im Jahr 2008 wurde eine Studie veröffentlicht, die zeigte, dass Bt-Mais Marienkäferlarven schädigen kann. Die Studie wurde von Industrie und industrienahen Forschern heftig angefriffen. Eine neue Studie des Schweizer Forscherteams um Angelika Hilbeck aus dem Jahr 2012 bestätigt jedoch nochmals die negativen Effekte für die Marienkäfer.
controversy re-visited: Is the coccinellid Adalia bipunctata adversely affected by Bt toxins? (2012) (eng.) [mehr]


Bt-Pflanzen und resistente Schädlinge
Mittlerweile wurden in allen Regionen der Welt, in denen Bt-Pflanzen angebaut werden, resistente Schädlinge nachgewiesen.
Stand der Dinge: Bt-Pflanzen und resistente Schädlinge (epigen, August 2012) [mehr]


In einer Übersichtsstudie kommen Wissenschaftler (darunter ein Mitglied der EFSA) zu dem Ergebnis, dass negative Auswirkungen des Bt-Giftes auf Nichtzielorganismen in Laborversuchen deutlich häufiger auftreten als bislang bekannt. In 20 Prozent aller Studien konnten die Forscher negative Effekte ausmachen. Von industrienahen Forschern wurde die Untersuchung sogleich massiv angegriffen.
Transgenic Insecticidal Crops and Natural Enemies: A Detailed Review of Laboratory Studies (2009) (engl.) [mehr]


In einer Meta-Studie kamen US-Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass es in Feldern, auf denen Bt-Pflanzen stehen, im Vergleich zu ungespritzten Äckern zu einer Abnahme der biologischen Vielfalt kommt.
A meta-analysis of effects of Bt cotton and maize on nontarget invertebrates (2007) (engl.) [mehr]


Im Rahmen einer mehrjährigen Studie wurden in Bayern die Effekte des Anbaus verschiedener Genmais-Linien untersucht. Darin weisen einige der beteiligten Wissenschaftler auf den „noch äußerst geringen Kenntnisgrades über Freilandwirkungen von Mon810-Mais“ hin und fordern umfassende Studien. „Da durch einen Biotest mit dem bakteriophagen Nematoden Caenorhabditis elegans bei Bt-Mais geringere Reproduktionsleistungen nachweisbar waren, könnte dies ein Indiz für eine direkte toxische Wirkung von Cry1Ab sein.“
Monitoring der Umweltwirkungen des Bt-Gens (2005) [mehr]


Da diese Teile der Untersuchung sich nicht in der Zusammenfassung finden ließen, hat der Journalist Albrecht Kieser Nachforschungen angestellt. Er fand heraus, dass die Zusammenfassung, die sich wie eine Unbedenklichkeitsbescheinigung liest, nicht von den beauftragten Wissenschaftlern, sondern von der Institutsleitung der Landesanstalt für Landwirtschaft verfasst wurde. Monsanto finanzierte die Übersetzung der Studie ins Englische.
Umgeschriebene Wahrheiten - Über die Umweltgefahren von genverändertem Mais (heise.de, 26.9.2006) [mehr]


Nur wenige Jahre nach der Einführung von Bt-Baumwolle benötigen chinesische Gentechnik-Anbauer laut einer Studie der Cornell-Universität wieder genauso viele Pestizide wie zuvor. Hauptgrund sind Sekundärschädlinge, die sich anstelle des Baumwollkapselbohrers in den Feldern ausbreiten.
Tarnishing Silver Bullets. Bt Technology Adoption, Bounded Rationality and the Outbreak of Secondary Pest Infestations in China (2006) (engl.) [mehr]


Bei Labor-Fütterungsversuchen von wasserbewohnenden Köcherfliegen mit Bt-Mais-Produkten zeigte sich ein reduziertes Wachstum und eine erhöhte Sterblichkeit.
Toxins in transgenic crop by products may affect headwater stream ecosystems (2007) (engl.) [mehr]


Eine verzögerte Entwicklungszeit bei Trauermücken bei Fütterung mit Bt-Mais stellten deutsche Wissenschaftler im Jahr 2004 fest. Die negativen Effekte waren auch bei räuberischen Käfern messbar, wenn diese mit Trauermücken gefüttert wurden. Fazit der Wissenschaftler: „Durch eine massive Störung des Dominanzgefüges in den Artengemeinschaften können funktionale Prozesse im Agrarökosystem aus dem Gleichgewicht gebracht werden.“
Auswirkungen von Bt-Mais auf terricole, saprophage Dipterenlarven (2004) [mehr]


Ein weitgehend unbearbeitetes Forschungsfeld ist auch die Wirkung von Bt-Pflanzen auf Boden und Bodenmikroorganismen.
In einer US-Studie behielt das Bt-Toxin im Boden seine toxische Wirkung über einen Zeitraum von 234 Tagen. Nachweisbar war es noch drei Jahre nach dem Anbau.
Persistence and biological activity in soil of the insecticidal proteins from Bacillus thuringiensis, especially from transgenic plants (2004) (engl.) [mehr]