Beteiligte Landkreise: 32
Aktuelles Statement: Ich bin sehr stark für einen Gentechnikfreien LK ...
RSS-Feed abonnieren

Gesundheitliche Folgen

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Gentechnik-Pflanzen sind nach wie vor mangelhaft untersucht. Negative Effekte könnten dabei sowohl durch den gentechnischen Eingriff selbst, die gebildeten Stoffen oder (im Fall von herbizidresistenten Gen-Pflanzen) durch die eingesetzten Pestizide entstehen. Fest steht jedoch, dass es bislang nur sehr wenige Studien (vor allem wenige Langzeituntersuchungen) zu möglichen gesundheitlichen Folgen von Gentechnik-Pflanzen gibt. Der Großteil dieser Studien wurde von den Gentechnikkonzernen durchgeführt und brachte - erwartungsgemäß - keine Hinweise auf gesundheitliche Schäden. Ein Teil der durchgeführten Untersuchungen zeigt jedoch durchaus, dass es zu unerwünschten bzw. unerwarteten Auswirkungen kommen kann. Eine abschließende Bewertung ist nach derzeitigem Kenntnisstand allerdings nicht möglich.

Gesundheitsschäden durch Pestizideinsatz bei Gentechnik-Pflanzen
(Siehe Menüpunkt Pestizide)

Industrienähe bestimmt Ergebnisse von Gentechnikstudien
Kommerzielle Interessen beeinflussen die Resultate von Studien zu Gesundheitsrisiken von Gentechnik-Pflanzen. Studien, in denen Interessenkonflikt bestehen, kommen demnach viel häufiger zu Ergebnissen, die für die Vermarktung der Erzeugnisse günstig sind.
Association of financial or professional conflict of interest to research outcomes on health risks or nutritional assessment studies of genetically modified products (2011) (engl.) [mehr]


„Wo sind die wissenschaftlichen Studien die zeigen, dass gentechnische veränderte Pflanzen und Lebensmittel toxikologisch unbedenklich sind?” Zu dieser Einschätzung kommt ein im Jahr 2007 veröffentlichter Artikel, in dem die wissenschaftliche Literatur nach aussagekräftigen Toxizitätsstudien durchleuchtet wird. Ergebnis: bei den meisten bisherigen Untersuchungen handelt es sich um Kurzzeitstudien, die zusätzlich zum Großteil Futterverwertungsstudien sind (nimmt z.B. das Versuchstier zu oder ab). Aus solchen Studien lassen sich so gut wie keine Rückschlüsse über die Giftigkeit einer gentechnisch veränderten Pflanze ziehen.
Toxicity studies of genetically modified plants: a review of the published literature (2007) (engl.) [mehr]


Langzeituntersucherungen: Gentechnik-Pflanzen sicher?
In einem Überblicksartikel zu Langzeit- und Mehrgenerationen-Fütterungsversuchen versuchten französische Wissenschaftler im Jahr 2011 den Eindruck zu erzeugen, die Debatte um die Sicherheit transgener Pflanzen sei abgeschlossen, es gäbe keine negativen Effekte. Die Studie ist aufgrund einer tendenziösen Interpretation von Daten allerdings höchst fragwürdig.
Assessment of the health impact of GM plant diets in long-term and multigenerational animal feeding trials: A literature review (2012) (engl.) [mehr]
Kritik: Diskussion beendet? Neue Studie zu Langzeit-Fütterungsversuchen (epigen, 2012) [mehr]


Im Jahr 2009 veröffentlichte der Verband der US-Umweltmediziner einen Aufruf, in dem ein Stopp für Gen-Lebensmittel gefordert wird. [mehr]


Risiken von Pflanzen mit mehreren Bt-Giften
Nahrungsmitteln sind zunehmend mit Giftstoffen belastet, die in gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten sind. Besondere Sorge gilt dabei den Rückständen von Roundup und Insektengiften. Obwohl möglicherweise auch die Gesundheit der Menschen gefährdet ist, gibt es kaum Kontrollen und keine ausreichende Risikoprüfung. Bei Bt-Pflanzen sind insbesondere die Risiken von neuen Pflanzen mit mehreren Bt-Toxinen nur unzureichend untersucht.
Testbiotech: Vorsicht „Giftmischer“: Gentechnisch veränderte Pflanzen in Futter- und Lebensmitteln (April 2011) [mehr]


Studien zeigen Organ-Schäden durch Gentechnik-Fütterung
Das Team des französischen Wissenschaftlers Eric Seralini hat 19 Studien von Gentechnikunternehmen mit neuen statistischen Methoden untersucht: die Auswertung zeigt, dass Schäden an Leber und Niere von Säugetieren auftreten, wenn diese mit transgener Soja oder transgenem Mais gefüttert wurden.
Genetically modified crops safety assessments: present limits and possible improvements (2011) (engl.) [mehr]


Eine neue Studie der Universität Caen zeigt, dass eine Form des in vielen transgenen Pflanzen gebildeten Bt-Toxins (bei hohen Konzentrationen) Schädigungen an menschlichen Zellen auslösen kann.
Cytotoxicity on human cells of Cry1Ab and Cry1Ac Bt insecticidal toxins alone or with a glyphosate-based herbicide (2012) (engl.) [mehr]


Eine Studie der Universität Piacenza aus dem Jahr 2005 brachte erstmals den Nachweis, dass Bruchstücke von gentechnisch veränderte Erbinformation (in diesem Fall von Monsantos MON810-Mais) im Blut sowie in Leber, Milz und Nieren von Schweinen nachweisbar sind.
Assessing the transfer of genetically modified DNA from feed to animal tissue (2005) (engl.) [mehr]


Eine aufgrund ihrer Versuchsanordnung umstrittene Langzeit-Studie der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft mit MON810-Mais konnte diese Ergebnisse bei Milchkühen allerdings nicht bestätigen. Die Studie wurde am 25.03.2009 im Bayerischen Landtag vorgestellt. [mehr]
Greenpeace: Studie der TU München auf Unbedenklichkeit von Gen-Mais-Fütterung bei Tieren ist nicht haltbar [mehr]


Diese Frage der Nachweisbarkeit transgener DNA ist insofern bedeutsam, als für Fleisch und andere Produkte von Tieren, die mit Gentechnikpflanzen gefüttert wurden keine Kennzeichnungspflicht besteht, da man bislang davon ausging, dass transgene DNA nicht in den Körper übergeht. Eine jüngst in Neuseeland veröffentlichte Studie fasst weitere Untersuchungen zusammen, die darauf hindeuten, dass gentechnische Konstrukte in Fleisch oder tierischen Produkten nachgewiesen werden können.
Report on animals exposed to GM ingredients in animal feed (2009) (engl.) [mehr]

Damit widerspricht der Bericht einer Untersuchung der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA, die keine Hinweise auf das Vorkommen von transgener Fremd-DNA in Tieren sieht.
EFSA statement on the fate of recombinant DNA or proteins in meat, milk and eggs from animals fed with GM feed (2007) (engl.) [mehr]


Eine Fütterungs-Studie des italienischen Forschungsinstitutes für Ernährung und Lebensmittel kommt zu dem Ergebnis, dass der Gen-Mais MON 810 signifikante Veränderungen im Immunsystem bewirken kann. Die Auswirkungen von MON 810 wurden an gerade nicht mehr gesäugten und an älteren Mäusen überprüft. In Darm, Milz und Blut der Versuchstiere wurden Veränderungen gemessen, die auf Entzündungen oder allergische Reaktionen hindeuten. Am stärksten war der Effekt laut Studie bei Jungtieren.
Intestinal and Peripheral Immune Response to Mon 810 Maize Ingestion in Weaning and Old Mice (2008) (engl.) [mehr]


Eine Langzeitstudie mit Mäusen brachte zutage, dass die Fütterung mit Gentechnik-Soja den Alterungsprozess der Leber beeinflusst. Das Forscherteam um Manuela Malatesta hatte bereits in früheren Studien bei Mäusen bei Fütterung mit gv-Soja unregelmäßige Zellkerne in der Leber und eine hohe Stoffwechselrate gefunden und war zu der Schlussfolgerung gekommen, dass die Leber von Mäusen, die RoundupReady-Soja zu fressen bekommen, härter arbeiten muss als die von Mäusen, die mit natürlicher Soja gefüttert werden.
A long-term study on female mice fed on a genetically modified soybean: effects on liver ageing (2008) (engl.) [mehr]


Eine Untersuchung der Genmais-Linien NK 603, MON 810 und MON 863 durch französische Wissenschaftler erbrachte Hinweise auf toxische Wirkungen, möglicherweise durch den Einsatz des Pestizids Roundup. Doch auch Veränderungen, die durch den gentechnischen Eingriff im Stoffwechsel der Pflanzen ausgelöst wurden könnten nach Angaben der Forscher die Ursache sein.
A Comparison of the Effects of Three GM Corn Varieties on Mammalian Health (2009) (engl.) [mehr]
Deutschsprachige Zusammenfassung der Studie [mehr]


Monsantos Gentechnik-Mais MON863 ist bereits seit Jahren Gegenstand hitziger Debatten. In Monsantos im Rahmen des Zulassungsverfahrens durchgeführten Fütterungsversuch an Ratten zeigten sich selbst nach statistischer Trickserei deutliche Hinweise auf gesundheitliche Risiken. Die Tiere zeigten sowohl Anzeichen für eine Schädigung von Leber und Niere als auch, im Vergleich zu mit konventionellem Mais gefütterten Ratten, deutliche Unterschiede in der Gewichtszunahme. Ans Licht der Öffentlichkeit gelangten die Unterlagen allerdings nur, weil die Umweltorganisation Greenpeace die Herausgabe von Monsantos Fütterungsstudie auf dem Klageweg erzwungen hatte.
New analysis of a rat feeding study with a genetically modified maize reveals signs of hepatorenal toxicity (2007) (engl.) [mehr]
Deutsche Zusammenfassung der Studie: [hier]
Die spannende Geschichte des MON863 können Sie [hier] nachlesen.