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Aktuelles Statement: JA - für einen AGRO-Gentechnikfreien Landkreis Ga...
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Imkerei

Die Imker sind vom Gentechnikanbau stark betroffen. Ein Bienenvolk hat einen Flugradius von rund fünf, in Extremfällen sogar von zehn Kilometern. So genannte Koexistenzmaßnahmen wie Mindestabstände von 150 Metern zwischen konventionellem und genverändertem Mais sind daher absolut unrealistisch. Das Problem der Imker: Blütenpollen des gentechnisch veränderten Mais MON 810, aber auch z.B. aus nichtkommerziellen Freilandversuchen dürfen nicht im Honig nachweisbar sein.

Imker haben kein Recht auf Schutz vor Gentechnik-Anbau
Laut einer Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs hat ein Imker kein Recht auf Schutzmaßnahmen vor Verunreinigungen durch gentechnisch veränderte Organismen. Damit ist das Urteil des Verwaltungsgerichts Augsburg von 2008 bestätigt worden, dass zwar besagte, dass Honig, der Pollen des Gentech-Maises MON 810 enthält, nicht verkehrsfähig ist. Dennoch, so die Augsburger Richter, könne der Freistaat Bayern nicht dazu verpflichtet werden, Maßnahmen wie beispielsweise das Abschneiden der Blütenpollen zu ergreifen. Das klagende Imker-Bündnis hatte daraufhin Berufung eingelegt. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte anschließend dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) einzelne Punkte zur Entscheidung vorgelegt. Dieser bestätigte letztes Jahr im September, dass Honig, der mit nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Pollen verunreinigt ist, nicht verkehrsfähig ist. Die Forderung nach einem Schutz des Honigs hat das Bayerische Gericht nun zurückgewiesen.
Bayerischer Verwaltungsgerichtshof: Kein Anspruch bayerischer Imker auf Schutzmaßnahmen gegen die Verunreinigung ihres Honigs durch den Anbau von Gen-Mais [mehr]
Gerichtshof der Europäischen Union, 9.2.2011 [mehr]


Das Verwaltungsgericht Augsburg hatte am 30.5.2008 festgestellt, dass Honig mit Blütenpollen von MON810 nicht verkehrsfähig ist. Nun wurde dieser Pollen trotz der vom Gericht vorgegebenen Vorsichtsmaßnahmen im Honig des Imkers Karl Heinz Bablok gefunden. Seine gesamte Jahreshonigernte war betroffen und wurde am 23.September in der Müllverbrennung Augsburg entsorgt.
Honig mit Gentechnik verboten - Imker jedoch ohne Schutz (Bienen und Agro-Gentechnik, 30.05.2008) [mehr]


Immer wieder wird argumentiert, dass Mais keine Pollenquelle für Bienen darstellt. In einer Schweizer Untersuchung wurde jedoch gezeigt, dass Mais in unserer Agrarlandschaft eine der wichtigsten Pollenquellen für die Honigbiene darstellt.
Pollenernährung und Volkentwicklung von Bienen (2005) [mehr]


Bienentod durch Gensojafelder?
Argentinische Imker haben einen dramatischen Rückgang der Bienen verzeichnet. 2008 verloren sie fast ein Drittel ihrer Honigbienenvölker. Als Hauptgrund nennt der Präsident des argentinischen Imkerverbandes den Anbau von Gentechnik-Soja. Der damit verbundene massive Pestizideinsatz „killt die Bienen“, so Luca Martinez. [mehr]


Positionspapier des Deutschen Berufs und Erwerbsimkerbundes zum Thema Agro-Gentechnik und Imkerei (2007) [mehr]


Von der Bienenkrankheit Nosema geschwächte Bienenvölker wiesen bei einer Fütterung mit Gentechnik-Maispollen eine deutlich höhere Sterblichkeit auf. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Universität Jena. Die signifikanten Unterschiede sprechen für eine Wechselwirkung von Toxin und Pathogen auf die Epithelzellen des Darms der Honigbiene.
Auswirkungen von Bt-Maispollen auf die Honigbiene (2005) [mehr]
Projektbericht [mehr]


Bei hohen Dosen von Bt-haltigen Pollen kann es bei Bienen offenbar zu einer Störung des Fütterungsverhaltens und des Geruchslernens kommen. Da dieser Effekt erst bei hohen Konzentrationen auftrat, gehen die Autoren der Studie davon aus, dass das Lernvermögen unter Feldbedingungen unbeeinträchtigt bleibt.
Does Cry1Ab protein affect learning performances of the honey bee Apis mellifera L. (Hymenoptera, Apidae)? “ (2008, engl. Zusammenfassung) [mehr]


Eine Studie, die unter Mitwirkung von Monsanto entstand, kommt zu dem Ergebnis, dass von Bt-Pflanzen keine direkte Gefahr für Bienen ausgeht. Die Autoren geben aber immerhin zu bedenken, dass das Bt-Gift durchaus einen weiteren Stressfaktor für den Stoffwechsel der Bienen darstellen könnte.
A meta-analysis of effects of Bt crops on honey bees (2008) (engl.) [mehr]