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Aktuelles Statement: JA - für einen AGRO-Gentechnikfreien Landkreis Ga...
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Pestizide/Roundup

Glyphosat ist der Hauptbestandteil vieler Herbizide unter anderem auch des meist verkauften Spritzmittels Round-Up. Viele Menschen sind verunsichert, da scheinbar Restmengen von Glyphosat unseren Futtermittel- und Nahrungsmittelkreislauf erreicht haben. Die Präsentation von Prof. Dr. Krüger von der Uni Leipzig befasst sich mit den Auswirkungen.
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Einfluss von Glyphosat auf die Tiergesundheit von Prof. Dr. Krüger.
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Vortrag von Prof. Don M. Huber "Die Effekte von Glyphosat auf den Pflanzenbestand, Boden, Tiere und Verbraucher"
Don M. Huber ist Professor of Plant Pathology Purdue University, West Lafayette, IN
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Rund 80 Prozent der weltweit angebauten Gentechnik-Pflanzen (rund 100 Millionen Hektar) sind resistent gegen das Totalherbizid Roundup bzw. dessen Wirkstoff Glyphosat. Roundup galt lange Jahre als biologisch unbedenklich. Doch in den letzten Jahren wird immer klarer, dass das meistverkaufte Pestizid der Welt in seiner Giftigkeit erheblich unterschätzt wurde. Dies ist gravierend, da sein Einsatz in den Ländern, in denen herbizidresistente Gentechnik-Pflanzen angebaut werden, ständig steigt. Insbesondere in den USA, aber auch in Argentinien und Brasilien werden immer neue Unkräuter unter den Bedingungen großflächiger Monokulturen resistent gegen die Dauerbehandlung mit Roundup (siehe Ökologische Folgen). Die Folge: Immer mehr Roundup und Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier. Dass mit der Einführung von Gentechnik-Soja die Glyphosat-Rückstände in Lebensmitteln massiv ansteigen würden erkannte die EU bereits vor vielen Jahren: Der zulässige Höchstwert wurde daher drastisch erhöht und liegt jetzt 200mal höher als der Durchschnittswert für Pestizide in Lebensmitteln.

Höchstmengen für Glyphosat-Gehalte in Lebensmitteln in der EU
Richtlinie 2006/60/EG der Kommission [mehr]


Behörden und Industrie vertuschen Risiken von Roundup seit Jahrzehnten
Seit den 1980er Jahren wussten Chemieunternehmen wie Monsanto, dass Roundup schon bei geringen Mengen die Fruchtbarkeit beeinträchtig. Und seit den 1990er Jahren wussten auch die EU-Kommission und deutsche Behörden davon. Doch die kritischen Ergebnisse wurden der Öffentlichkeit vorenthalten.
Roundup and birth defects Is the public being kept in the dark? (2011) (engl.) [mehr]


Eine Zusammenfassung der Risiken von Roundup finden Sie in:
Gv-Soja - Nachhaltig? Verantwortungsbewusst? (2010) [mehr]


Vorsicht Giftmischer
Testbiotech warnt in einer Untersuchung vor der zunehmenden Belastung von Nahrungsmitteln mit Giftstoffen, die in gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten sind. Glyphosat-Rückstände in Futter- und Lebensmitteln können gesundheitliche Gefahren für Verbraucher mit sich bringen. Es ist nicht auszuschließen, dass insbesondere Zusatzstoffe wie POE-Tallowamine, die als Benetzungsmittel dienen, auch in tierische Produkte und damit in unsere Nahrungskette übergehen. Obwohl die Rückstandsbelastung steigt und möglicherweise auch die Gesundheit der Menschen gefährdet ist, gibt es kaum Kontrollen und keine ausreichende Risikoprüfung.
Testbiotech: Vorsicht „Giftmischer“: Gentechnisch veränderte Pflanzen in Futter- und Lebensmitteln (April 2011) [mehr]

In den USA stieg der Verbrauch von Glyphosat zwischen 1994 und 2005 um das 15-fache. In Argentinien verdreifachte sich der Verbrauch allein zwischen den Wirtschaftsjahren 1999/2000 und 2005/06 von 65 auf 200 Millionen Liter.
Who benefits from gm crops? (2011) (engl.) [mehr]


Der intensive Einsatz des Pestizids bei Monsantos herbizidresistenter Soja führt z.B. in Argentinien oder Paraguay zu massiven gesundheitlichen Problemen bei der Landbevölkerung.
Paraguay Sojero (2006) (Studie liegt leider nur auf spanisch vor) [mehr]


Argentinien: Kranke Dörfer - Gesundheitskrise durch herbizidintensive Sojaproduktion (IPS, 5.3.2009) [mehr]


Französische Forscher veröffentlichten im Jahr 2008 eine Untersuchung, nach der schon bei geringsten Mengen Roundup Schäden bei menschlichen Zellen bis hin zum Zelltod auftraten. Die schädlichen Werte lagen um ein Vielfaches unter den offiziell erlaubten Gehalten. [mehr]
Glyphosate Formulations Induce Apoptosis and Necrosis in Human Umbilical, Embryonic, and Placental Cells (2008) (engl.) [mehr]


Schon früher hatte die Arbeitsgruppe um Gilles Eric Seralini eine Untersuchung veröffentlicht, die nahe legte, dass Roundup die menschliche Reproduktion und die Fötalentwicklung stören könnte.
Time- and dose-dependent effects of roundup on human embryonic and placental cells (2007) (engl. Zusammenfassung) [mehr]


Hauptverantwortlich für die gesundheitlichen Risiken könnten, mehr noch als Glyphosat selbst, Zusatzstoffe sein, die dem Pestizid Roundup beigemischt werden. Als besonders schädlich gilt z.B der Stoff POEA. In einer Studie aus dem Jahr 2005 wurde entdeckt, dass POEA höchst toxisch für Embryos in der Phase der ersten Zellteilungen ist und die Zellentwicklung hemmt.
A glyphosate-based pesticide impinges on transcription (2005) (engl.) [mehr]


Störungen des Hormonsystems sowie toxische Auswirkungen auf menschliche Plazentazellen wurden in einer Studie aus dem Jahr 2005 gefunden.
Differential Effects of Glyphosate and Roundup on Human Placental Cells and Aromatase (2005) (engl.) [mehr]


Gerade die Wirkung auf das Hormonsystem könnte den ebenfalls beobachteten Zusammenhang zwischen Roundup und einer erhöhten Fehlgeburtenrate erklären. So zeigte sich in einer Feldstudie bei Bauernfamilien im US-Bundesstaat Ontario, dass Glyphosat zu einem erhöhten Fehlgeburtsrisiko führt, insbesondere in der Spätphase von Schwangerschaften.
An Exploratory Analysis of the Effect of Pesticide Exposure on the Risk of Spontaneous Abortion in an Ontario Farm Population (2001) (engl.) [mehr]


Zudem finden sich in der wissenschaftlichen Literatur zahlreiche Hinweise darauf, dass Roundup eine Rolle bei der Entstehung verschiedener Krebsformen, insbesondere des so genannten Non-Hodkins Lymphoms spielen könnte.
A case-control study of non-Hodgkin lymphoma and exposure to pesticides (1999) (engl.) [mehr]
Pesticide exposure as risk factor for non-Hodgkin lymphoma including histopathological subgroup analysis (2008) (engl.) [mehr]


Dies könnte wiederum eine Folge von durch Roundup ausgelösten DNA-Schädigungen sein.
Genotoxicity of AMPA, the environmental metabolite of glyphosate, assessed by the Comet assay and cytogenetic tests (2009) (engl. Zusammenfassung) [mehr]


Auch eine Studie ecuadorianischen Wissenschaftler ergab, dass das Pestizid die menschliche DNA schädigt. In Ecuador wird im Rahmen des US-Kriegs gegen den Drogenanbau großflächig Roundup auch über Dörfern versprüht. Die Forscher untersuchten die Opfer solcher Sprühflugzeuge.
Evaluation of DNA damage in an Ecuadorian population exposed to glyphosate (2007) (engl.) [mehr]


Der argentinische Embryologe Andrés Carrasco veröffentlichte im Jahr 2010 eine Studie über die Wirkung von Glyphosat (bzw. Roundup) auf Embryonen von Hühnern und Fröschen.
Carrasco und sein Team konnten in ihrer Laborstudie nachweisen, dass sowohl Roundup als auch der reine Wirkstoff Glyphosat Missbildungen bei den untersuchten Embryonen hervorriefen. Die Wissenschaftler führen diese Folgen auf einen gestörten Stoffwechselhaushalt der Retinolsäure zurück. Diese hat unter anderem große Bedeutung bei der Schädel- und Hirnentwicklung. Carrasco stellte fest, dass mit Glyphosat oder Roundup behandelte Embryonen einen erhöhten Restinolsäurespiegel aufwiesen, der offenbar eine Kettenreaktion in Bezug auf andere wichtige Stoffe in der Embryoentwicklung auslöste.
Die Studie liefert damit neue Hinweise auf die Ursachen von gesundheitlichen Problemen der Landbevölkerung in Argentinien. Dort häufen sich Berichte über Missbildungen bei Säuglingen vor allem in Gebieten, in denen Roundup per Flugzeug über Feldern mit gentechnisch veränderter Soja ausgebracht wird. Aus verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen ist bekannt, dass glyphosathaltige Pestizide die Plazenta passieren und menschliche Föten direkt mit dem Pestizid in Kontakt kommen können.
Glyphosate-Based Herbicides Produce Teratogenic Effects on Vertebrates by Impairing Retinoic Acid Signaling (2010). (engl.) [mehr]


Bilder aus Prof. Carascos Studie: Missbildungen bei Embryonen die seit dem Roundup-Einsatz um 400% häufiger auftreten. Die Mütter dieser Kinder hatten während der Schwangerschaft Kontakt mit Glyphosaten:
Zu den Bildern

Selbstvergiftungen mit Pestiziden sind in vielen vielen Ländern der Erde traurige Realität. Zu den dafür verwendeten Mitteln zählt auch Roundup. Eine im Jahr 2010 veröffentlichte Großstudie aus Sri Lanka zeigt, welche toxischen Wirkungen bei einer Einnahme von Roundup zu erwarten sind. Leichte Symptomen ließen sich dort bei rund zwei Dritteln aller Patienten feststellen. Dabei reichten die Beschwerden von Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen bis zu gesenktem Blutdruck und erhöhtem Puls.
Bei 5,5 Prozent der Fälle wurden mittelschwere oder schwere Symptomen wie Atemprobleme, Blutdrucksenkung, Herzrasen, verlangsamter Herzschlag, Bewusstseinsstörungen oder schlechte Sauerstoffversorgung des Blutes diagnostiziert.
Rund drei Prozent der Patienten starben innerhalb von 20 Stunden. An der Studie wirkten auch Wissenschaftler der Firma Monsanto mit.
A prospective observational study of the clinical toxicology of glyphosate-containing herbicides in adults with acute self-poisoning (2010) (engl.)
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Portugiesische Forscher konnten nachweisen, dass Roundup auch in sehr geringen Konzentrationen Schäden am Erbgut von Aalen auslösen kann.
European eel (Anguilla anguilla) genotoxic and pro-oxidant responses following short-term exposure to Roundup®—a glyphosate-based herbicide (2010) (engl. Zusammenfassung)
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Brasilianische Wissenschaftler stellten signifikante „toxische Wirkungen auf den reproduktionsrelavanten Hormonhaushalt“ von Ratten fest und sprachen die Befürchtungen aus, dass auch menschliche Sexualhormone gestört werden könnten.
Prepubertal exposure to commercial formulation of the herbicide glyphosate alters testosterone levels and testicular morphology (2010) (engl. Zusammenfassung)
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Forscher des Indischen Instituts für Toxikologische Forschung konnten in einem Versuch an Mäusen zeigen, dass Glyphosat die Entstehung von Hauttumoren zwar nicht direkt auslöst, aber fördert.
Studies on glyphosate-induced carcinogenicity in mouse skin: A proteomic approach (2010) (engl. Zusammenfassung)
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Umweltwirkungen von Roundup
Mit dem Anstieg des Anbaus von Gentechnik-Pflanze steigt auch der Einsatz des Spitzmittels Roundup, gegen das die Pflanzen resistent sind. Der Wirkstoff Glyphosat, sein hauptsächliches Abbauprodukt AMPA und die in fertigen Produkten enthaltenen Hilfsstoffe sind toxisch für eine Vielzahl von Organismen, insbesondere aquatische Organismen. Glyphosat beeinflusst das Bodenleben, fördert bestimmte Krankheitserregende Pilze wie etwa Fusarien und beeinträchtigt die Aufnahme von Mikronährstoffen, den Ertrag und die Krankheitsabwehr der Pflanzen.
NABU: Glyphosat und Agrogentechnik (April 2011) [mehr]